Osterfreuden bei der Funke-Gruppe

Es ist doch immer schön, wenn sich in der nicht mehr ausschließlich auf Rosen gebetteten Medienbranche die Leute noch so richtig freuen können. Heute mal keine Angst vor Google bei höher bezahlten Konzernlenkern, keine Verzweiflungstaten auf dem Boulevard. Sondern schlicht gute Nachrichten. So viel vorösterliche Freude wie bei der Funke-Gruppe (vormals WAZ) war selten: Denn das Kartellamt hat den Deal mit Springer genehmigt!

Gute, es war nicht die deutsche Behörde aus Bonn, wo das Okay zur Übernahme der Programmzeitschriften und zum Aufbau diverser gemeinsamer Vertriebs- und Vermarktungsunternehmen immer noch auf sich warten lässt. Nein, die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde hat jetzt ihr “Go” zum Erwerb der Axel Springer Titel gegeben. So schreibt es Funkes Führungsduo Manfred Braun und Thomas Ziegler in seiner “Freitagsmail”, die wegen des morgigen Karfreitags schon heute am Gründonnerstag an die “lieben Kolleginnen und Kollegen” im Funke-Reich ging.

“Jetzt warten wir ungeduldig auf die Entscheidung des Bonner Bundeskartellamtes”, heißt es weiter. Ach nee. Wenn die vom “Handelsblatt” mehrfach kolportierten Auflagen kommen und Funke gleich einen ganzen Schwung der Programmtitel weiter verkaufen muss, wirkt der ungebremst versprühte Frohsinn der wöchentlichen Mitarbeiterbeglückung geradezu niedlich: Da ist ständig von “Aufbruch” und “auf einander zugehen” die Rede, vom “Einleben in unserer Mediengruppe”.

Wahrscheinlich liegt’s am zweiten verfrühten Osterei, das über die Essener hereinbrach: Die “Bild der Frau”, deren Übernahme das Kartellamt schon genehmigt hat, gewinnt den „Tönnissteiner Medienpreis 2014“. Darauf einen doppelten Eierlikör!

Netzneutralität: Erst mal schauen, was Brüssel macht

ZAPP hat in den letzten Monaten im Fernsehen mehrfach über das Thema Netzneutralität berichtet und online zum Thema einer Debatten-Reihe gemacht. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, statt eine eigene Regelung zu erarbeiten, erst mal auf Vorgaben aus Brüssel zu warten. Dort hatte das EU-Parlament in der letzten Woche der Kommission mehrere Ergänzungen in den Entwurf einer Telekommunikationsverordnung diktiert: Aus einem Text, den Kritiker schon als substanzloses Lippenbekenntnis sahen, wurde quasi in letzter Minute ein deutliches Bekenntnis zu einer ziemlich strikten Netzneutralität.

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Datenklau: History Repeating

Die Geschichte wiederholt sich. Schon wieder ist ein massiver Datendiebstahl im Internet bekanntgeworden. Kriminelle haben sich Zugang zu Millionen Nutzerkonten verschafft. Den deutschen Sicherheitsbehörden sind die Daten in die Hände gefallen. Doch auch das Versagen der Behörden wiederholt sich.

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Bildungsbürgerpostille meets Lokalblogger

Die Website Hamburg MittendrinIn Zeiten der Printkrise setzt die altehrwürdige “Zeit” auf Ausbau: Auf ihrem Hamburg Heimatmarkt bietet die Wochenzeitung seit heute einen Lokalteil an. Freunde des bedruckten Papiers haben somit eine Alternative zum Platzhirsch “Hamburger Abendblatt”, “Hamburger Morgenpost” und der schmalen “taz Nord”. Mit an Bord: hyperlokale Blogger, über die ZAPP schon berichtet hat.

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Letter from London II: London Live startet

Lokales Fernsehen in Deutschland ist eine eher traurige Angelegenheit: Nicht einmal in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, München oder dem Ruhrgebiet funktionieren kommerzielle Kanäle für den unmittelbaren Nahbereich. Wem gehört doch gerade tv.berlin? (Antwort: Nein, auch nicht mehr Springer, sondern der Firma Godd Media Broadcast GmbH der Investoren Seyhan Yigit und Medet Bozkurt.) Haben Corinna von Schönau und Frank Otto eigentlich noch Spaß an Hamburg 1?

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Neue Langformate im Netz: Wir von der ARD sind auch dabei

“Snowfall” ist zum Synonym geworden: Die “Multimedia-Reportage” der New York Times steht Pate für neues, journalistisches Langformat im Netz. In einem Workshop über Storytelling und Multimedia-Reportage wurden wir Teilnehmer gefragt, wer “Snowfall” kennt, die Geschichte einer Lawinenkatastrophe, erzählt über Text, Fotos, Bewegtbilder und Interviews. Die verschiedenen Ausspielwege vertiefen die Geschichte und stärken den Plot.  

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Wie hält es die ungarische Regierung mit der Pressefreiheit?

Ein Pressefotograf (Bild: pciture-alliance/dpa) Man kann journalistische Arbeit nicht nur durch Mediengesetze einschränken, sondern auch mithilfe des Bürgerlichen Gesetzbuches. Wer liest schon im Ausland das neue ungarische BGB? Niemand. Oder fast niemand, denn bisher ist nur dem “Guardian” aufgefallen, dass freies Fotografieren in Ungarn praktisch nicht mehr möglich ist.

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Ein langer Weg zu einem guten Urteil

ZDF-Intendant Thomas Bellut gibt nach der Urteil-Verkündung ein Interview. (Bild: picture-alliance/dpa)Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, für den geschätzten Kollegen Daniel Bouhs) zur Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist ein gutes Urteil. Denn es setzt Maßstäbe. Vor allem für das ZDF, um das es bei dem Verfahren in Karlsruhe zunächst einmal ging. Aber eben nicht nur, wie vor allem die Gremien von Deutschlandfunk beziehungsweise Deutschlandradio bald merken werden. Denn auch dort sitzt viel Staat – zu viel, um der Rundfunkfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz zu genügen. Und auch so manche ARD-Anstalt wird noch mal in den jeweils für sie geltenden Gesetzestext schauen, ob er der neuen Zeit genügt.

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Letter from London: Die Sorgen der BBC

Was wird aus der BBC (Bild: picture-alliance/dpa)Wenn öffentlich-rechtliche Granden in letzter Zeit über die hiesige Medienpolitik räsonieren, geschieht das meist mit verdrehten Augen: Das Gegurke um den Jugendkanal, pardon, das immer noch geplante und von vielen in Politik wie Sendern immer noch ungewollte “Crossmediale Jugendangebot” von ARD und ZDF.  Das Hickhack, ob und um wie viel denn nun der Rundfunkbeitrag gesenkt werden und vor allem, was mit Überschuss passieren soll, der da plötzlich dank Rundfunkbeitrag so üppig wie unerwartet fließt. Sie wissen nicht, wie gut sie es haben. In Großbritannien wird gerade Rundfunkpolitik aus ganz anderem Guss gemacht - was in den Augen von BBC-Kollegen Deutschland geradezu zu einem Schlaraffenland für öffentlich-rechtliche Sender werden lässt.

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